Reiserichtlinie als Rekrutierungstool – 3 Möglichkeiten

Heben Sie sich von anderen ab und gewinnen Sie neue Talente

Lelia Gowland, Principal, Gowland, LLC

Wenn Unternehmen beginnen, sich auf den Eintritt der Generation Z (oder iGeneration) auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten, könnte sich der Schlüssel für eine erfolgreiche Personalbeschaffung in der Unternehmenskultur und der tagtäglichen Arbeitserfahrung bemerkbar machen.

Die Vertreter der Generation Z wurden zwischen 1998 und 2016 geboren und suchen eine Arbeit, die ihnen Spaß macht. Sie legen Wert auf flexible Arbeitszeiten und bezahlten Urlaub.

Ist Ihr Unternehmen darauf vorbereitet?

Bei der wachsenden jüngeren Belegschaft gehören Zusatzleistungen und das Wohlbefinden der Mitarbeiter schon heute zu wichtigen Überlegungen von Stellenbewerbern. Sie haben Geschichten von Bewerbern gehört, die ihre Entscheidung von kostenlosen Bürosnacks abhängig machen?

Nehmen Sie an diesem Quiz teil, um drei Möglichkeiten zur Rekrutierung und Bindung hervorragender Mitarbeiter kennenzulernen – und Ihr Unternehmen auf die Mitarbeiter von morgen vorzubereiten –, indem Sie Ihre Reiserichtlinie als Zusatzleistung für Mitarbeiter nutzen.

1. Wer sollte in der Business Class fliegen (A oder B)?

A: Der Senior VP mit einigen wenigen Geschäftsreisen pro Jahr

B: Der Vertriebsmitarbeiter, der 40 Wochen im Jahr unterwegs ist

Antwort: B

In vielen Unternehmen hängen die Reiseleistungen, von denen Mitarbeiter profitieren, von ihrer Stellenbezeichnung ab, sodass der SVP den besten Sitzplatz ergattert. Sie werden wahrscheinlich ein besseres Ergebnis erzielen, wenn Sie die Reiserichtlinie und Reiseerfahrung auf die verschiedenen Arten von Reisenden abstimmen.

Überlegen Sie, wie Sie mithilfe Ihrer Daten besser erkennen können, wer mit welcher Häufigkeit verreist. Mitarbeiter lassen sich in verschiedene Reisetypen unterteilen, z. B.:

  • Vielreisender: Ein Vertriebsmitarbeiter oder VIP, der 40 Wochen im Jahr unterwegs ist
  • Häufig Reisender: Ein Marketingexperte, der mehrere Märkte abdeckt und mehrmals pro Monat reist
  • Gelegentlich Reisender: Ein Mitarbeiter mit einigen wenigen Reisen im Jahr
  • Selten Reisender: Ein Mitarbeiter, der so selten reist, dass er alle 16 Monate nach seinen Anmeldedaten für die Reisewebsite fragt

Nach dem Reisetypus-Modell erhalten Vielreisende als besondere Zusatzleistung Reisen in der Business Class. Für diesen Ansatz gibt es einen guten Grund.

Laut einer Studie der Global Business Travel Association haben die Erfahrungen mit Geschäftsreisen bei 88 Prozent der Geschäftsreisenden der Generation Y und bei 79 Prozent aller Geschäftsreisenden Auswirkungen auf die Jobzufriedenheit.

Wenn Unternehmen den Wert der Zufriedenheit von Geschäftsreisenden und die Kosten erkennen, die durch eine geringe Mitarbeiterbindung aufgrund von unzufriedenen Vielreisenden entstehen, sollten sie ihre Richtlinien anpassen.

Unternehmen, die bezüglich ihrer reisebezogenen Mitarbeiterleistungen strategisch vorgehen und ihre Reiserichtlinie nutzen, erkennen, dass reisebezogene Zusatzleistungen und Vorteile für gelegentlich Reisende ganz nett sind, bei Vielreisenden und häufig Reisenden jedoch eine drastische Steigerung der Produktivität bewirken können.

Darüber hinaus wird die tagtägliche Arbeitserfahrung von Reisenden mit dem Eintritt der Generation Z auf den Arbeitsmarkt noch wichtiger werden.

Wenn Sie weitere Kosteneinsparungen erzielen oder die Zufriedenheit der Reisenden erhöhen möchten, sollten Sie darüber nachdenken, die folgenden Zusatzleistungen in Ihre Reiserichtlinie aufzunehmen:

  • Abonnements bei TSA Pre✓® und/oder CLEAR bieten Zugang zu beschleunigten Sicherheitsüberprüfungen am Flughafen
  • Global WiFi bietet sicheres und zuverlässiges WLAN
  • LoungeBuddy bietet Reisenden Zugang zu Hunderten von Flughafenlounges weltweit
  • AirHelp unterstützt Geschäftsreisende dabei, nach einer Störung im Flugbetrieb innerhalb der EU eine Entschädigung zu beantragen

Hier kann Ihre Fähigkeit zur Datennutzung zu einer Stärke werden, und Sie als Travel Manager können sich zu einem Geschäftsstrategen und Datenwissenschaftler entwickeln. Während Sie Ihre Daten bislang möglicherweise hauptsächlich im Hinblick auf Kosteneinsparungen genutzt haben, können Sie sie jetzt für eine Verbesserung der Personalbeschaffung und Mitarbeiterbindung verwenden.

So können Sie beispielsweise mithilfe Ihrer Daten dem Führungsteam Folgendes veranschaulichen: Wenn wir die Zusatzleistungen für SVPs verringern und diese Vorteile stattdessen Vielreisenden bieten, bei denen wir bislang mit einer hohen Fluktuation zu kämpfen hatten, werden wir die Mitarbeiterbindung mithilfe unserer Reiserichtlinie verbessern.

Wenn Sie die Momente zwischendurch einer Geschäftsreise für reguläre Reisende ein wenig einfacher gestalten, werden Sie mit effektiveren und engagierteren Mitarbeitern belohnt. Eine Möglichkeit besteht darin, Reiseservices und Leistungen anhand von Reisetypen anstatt von Stellenbezeichnungen festzulegen.

2. Welche Richtlinie ist besser? (A oder B)

A: Ein individueller Tarif für jedes Reiseprodukt (Flug, Hotel, Transfer usw.)

B: Ein Tagesgesamtpreis für jede Stadt

Antwort: B

Wie beim Ansatz einer typbasierten Richtlinie haben Sie die Möglichkeit, bessere Erkenntnisse aus Ihren Buchungsdaten zu gewinnen. Stellen Sie sicher, dass Sie – anstelle der Anwendung eines einzigen Tarifs auf alle Richtlinien – in der Lage sind, aus Erkenntnissen zu Buchungsdaten zu lernen und auf dem Markt Optimierungen vorzunehmen.

Das finanzielle Ergebnis sollte dasselbe sein. Wenn Sie Ihren Tagesgesamtpreis auf Grundlage der aggregierten Tarife für jedes Reiseprodukt festlegen, könnten die beiden Ansätze kostenäquivalent sein.

Wenn wir uns auf die Zufriedenheit der Reisenden fokussieren, kann die Übertragung von Entscheidungsbefugnis auf die Reisenden dafür sorgen, dass sich ihre Erfahrungen und ihr Gefühl der Autonomie verbessern, während gleichzeitig die Reisepreise innerhalb des Budgets bleiben.

Vielleicht nimmt der Reisende einen Zwischenstopp in Kauf, um Geld zu sparen, und möchte auf eine Fahrgemeinschafts-App verzichten – nicht jeder ist ein begeisterter Uber-Nutzer.

Ein anderer Fluggast ist möglicherweise ein begeisterter Teilnehmer eines Hotel-Rewards- oder Punkteprogramms und würde lieber mehr zahlen, um bei seinen bevorzugten Unterkünften zu bleiben, als bezüglich seiner Tagespauschale sparsam zu sein.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Mitarbeitern mehr Flexibilität bezüglich der Verwendung ihrer Geschäftsreiseressourcen einzuräumen, können Sie dafür sorgen, dass sie sich stärker für Ihr Programm und Ihre Richtlinien einsetzen.

Im Rahmen einer aktuellen Umfrage hat Egencia mehr als 5.500 Egencia-Nutzer in Nordamerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum zu ihren Buchungspräferenzen befragt. Auf die Frage nach dem ärgerlichsten Aspekt der Reiserichtlinie ihres Unternehmens wurde als eine der drei häufigsten Beschwerden in den USA, in Großbritannien, Deutschland und Schweden die fehlende Möglichkeit der Buchung von Zusatzleistungen (Zugang zur Lounge, schnelle Sicherheitskontrolle usw.) genannt.

Der Tagespreisansatz bietet den Mitarbeitern die Entscheidungsfreiheit, bezüglich ihrer persönlichen Reiseanforderungen und ihres Reisestils Prioritäten zu setzen. Außerdem passt er dazu, was wir über die künftige Generation an Arbeitskräften und ihre Präferenzen wissen.

Ganz gleich, für welchen Ansatz Sie sich entscheiden, lohnt es sich, die Bedeutung der Anpassung des Tagespreises für jede Stadt zu beachten. Ein Nebenprodukt eines Tagespreises für Hotels ist, dass Reisende möglicherweise Zimmer in abgelegeneren oder unsicheren Stadtteilen buchen müssen.

Überlegen Sie, inwiefern ein Tagesgesamtpreis in Ihrem Unternehmen funktionieren könnte. Vielleicht gibt es eine Pilotstadt, in der Sie den Ansatz ausprobieren könnten.

3. Was ist Bleisure? (A oder B)

Antwort: Eine britische Boygroup

B: Eine Richtlinie, die es Reisenden ermöglicht, ihre Reise privat um einige Tage zu verlängern

Antwort: B

Diese Frage war ziemlich einfach. (Hoffentlich haben Sie sich für B entschieden).

Mit einer flexiblen Bleisure-Richtlinie können Reisende ihre Geschäftsreisen privat verlängern, sodass sie über das Wochenende bleiben oder ihren Urlaub nutzen können, um von reisebezogenen Zusatzleistungen und bestehenden Geschäftsreisen zu profitieren.

Auch wenn diese Möglichkeit nicht gerade neu ist, stellt die Kombination aus Geschäfts- und Privatreise insbesondere für junge Berufstätige einen wichtigen Nutzen von Geschäftsreisen dar.

Laut eines aktuellen Berichts von Expedia Group Media Solutions mit dem Titel Unpacking Bleisure Traveler Trends wird dies zudem immer häufiger praktiziert. So ist beispielsweise bei Geschäftsreisen in den USA seit 2016 ein Anstieg um fast 40 Prozent zu verzeichnen. Im Durchschnitt wurden in den fünf untersuchten Ländern im letzten Jahr 60 Prozent der Reisen in Bleisure-Reisen umgewandelt.

Stuart Bruce, ein britischer PR-Berater, dessen Tätigkeit häufige internationale Reisen erfordert, sagte gegenüber CNN, dass Bleisure den Stress von Geschäftsreisen erträglicher mache.

Kommen wir noch einmal zu den Veränderungen bei den Arbeitnehmern zurück. Laut Deep Patel erwarten die Vertreter der Generation Z, dass der Arbeitsplatz zu ihren Bedürfnissen passt. Sie legen Wert auf flexible Arbeitszeiten und Unternehmen, die eine hohe Lebensqualität fördern.

Auch wenn Bleisure möglicherweise ein wenig logistische Koordination erfordert, muss es für Unternehmen keine zusätzlichen Kosten bedeuten. Angenommen, ein Mitarbeiter möchte bis Montag bleiben und eine Geschäftsreise um ein langes Wochenende verlängern, anstatt am Freitagabend zurückzureisen. Einen höheren Flugpreis sowie Spesen würde der Mitarbeiter übernehmen, und das Unternehmen würde von möglichen Tarifsenkungen profitieren.

Eine der häufigsten Fragen im Rekrutierungsprozess betrifft die Reiserichtlinie, und die Fragen zur Reiserichtlinie und zur Lebensqualität der Mitarbeiter werden voraussichtlich weiter zunehmen, wenn die Generation Z auf den Arbeitsmarkt tritt. Mit diesen drei Schritten können Sie Ihre Reiserichtlinie optimal als Rekrutierungstool nutzen:

  1. Betrachten Sie Ihre Reisenden als Reisetypen und nicht als Stelleninhaber.
  2. Es gibt keinen Tarif, der für alle passt. Ziehen Sie kontinuierlich neue Erkenntnisse aus Ihren Buchungsdaten, um sicherzustellen, dass Sie auf die verschiedenen Reisetypen den besten durchschnittlichen Tagespreis anwenden.
  3. Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern, und bleiben Sie flexibel mit einer Bleisure-Richtlinie.

Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören! Nutzen Sie Ihre Reiserichtlinie als Rekrutierungstool? Inwiefern funktionieren diese Tools in Ihrem Unternehmen? Was funktioniert? Folgen Sie uns auf Twitter und nennen Sie uns Ihre Tipps und Tricks, mit denen Sie Ihre Richtlinie für Rekrutierungszwecke optimieren.

Lelia Gowland unterstützt Frauen in beruflichen Situationen. Als gefragte Rednerin und Autorin hilft Lelia Frauen bei Verhandlungen und bei der Steuerung ihrer Karriere. Weitere Informationen finden Sie auf gowlandllc.com.